Arbeitskreis Historisches Geretsried
Arbeitskreis Historisches Geretsried

Franz Rudolf

einer der rührigsten ehrenamtlichen Geretsrieder Geschichtsforscher, ist tot.
Er starb im August 2016 im Alter von 73 Jahren völlig unerwartet - am Schreibtisch zu Hause, wo er gerade über die NS-Munitionsfabriken forschte. Wolfgang Pintgen, Sprecher des Arbeitskreises Historisches Geretsried, würdigt Rudolf als äußerst aktiven Unterstützer: "Er war eigentlich unser Motor."
Franz Rudolf, gebürtig aus Olbersdorf im Sudetenland, war 1958 mit seiner Mutter nach Geretsried gekommen. Er sei hier herangewachsen und habe den Aufbau der Stadt aus den Nachkriegstrümmern von Anfang an miterlebt, sagt sein Sohn Christian. Deswegen habe er Geretsried eindeutig als seinen Heimatort verstanden, selbst wenn er den Bezug zur alten Heimat nicht ganz verloren hatte. Nach einer Ausbildung als Starkstromelektriker arbeitete Rudolf bei der Spielwarenfabrik Lorenz, dann bei Tyczka, wo er sich weiterentwickelte und schließlich, bis 2002, als Geschäftsführer tätig war.-
Die Geschichte seiner Stadt interessierte ihn von jeher, und zwar nicht nur aus
Sicht der Landsmannschaften. "Er wollte immer wissen, wie sah das hier früher
aus", berichtet sein Sohn. Als Franz Rudolf in Altersteilzeit ging, wandte er sich
diesem Hobby verstärkt zu, engagierte sich für das Heimatmuseum - theoretisch
und indem er selbst ordentlich mit anpackte - und im AK Historisches Geretsried.
Dort war er Mitinitiator der "Geretsrieder Hefte" und Mitwirkender an  Ausstellungen und Projekten. "Hunderte Arbeitsstunden" habe er investiert, sagt Pintgen. Und nie habe er ein Thema nur angeregt, sondern immer bis ins Kleinste ausgeführt. "Er hat dann einen Aktivitätsplan erstellt, auf dem siebzig Prozent der Aufgaben seine waren." Für das Geretsrieder Heft über die Straßennamen war Rudolf allein verantwortlich, ebenso für den Weg der Geschichte in Gelting. "Er war immer sehr genau und korrekt", sagt Pintgen. Und Sohn Christian erklärt, zu Hause türmten sich noch "riesige Berge an Material", in dem sein Vater recherchierte. Pintgen meint dazu: "So, wie er gelebt hat, ist er gestorben: mitten
in der Arbeit."
Franz Rudolf hinterlässt seine Ehefrau Heidi, zwei erwachsene Söhne und vier
Enkelkinder

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