Arbeitskreis Historisches Geretsried
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Brauchwasser-Pumpwerk 503

Pumpwerk 503
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„Die Brauchwasserversorgung der beiden Kraftwerke der DAG wurde, unabhängig von der allgemeinen Wasserversorgung, durch zwei gesonderte Pumpwerke (Gebäude 503 u. 504, heute Isardamm 3 u. 109) sichergestellt. Das im Kraftwerk benötigte Betriebswasser diente hauptsächlich für Kondensationszwecke der Turbine. Der Bedarf lag bei ca. 400 m³/h. Die

Lieferung dieser Wassermenge erfolgte durch das Pumpwerk 503, das in der Nähe des Kraftwerkes 501 lag. Neben einer Niederdruck-Zentrifugalpumpe, mit einer Leistung von 450 m³/h, war noch eine Hochdruck-Zentrifugalpumpe, mit einer Leistung von 200 m³/h, aufgestellt, die wahlweise durch Elektro- oder Dieselmotor angetrieben werden konnte. Die Wassergewinnung erfolgte über zehn Tiefbrunnen mit einer Förderleistung von 40 m³/h je Brunnen aus der Isarau. Die Quellbrunnen hatten eine Tiefe von durchschnittlich 5,00 m und einen Durchmesser von 1,20 m. Das Pumpengebäude und die technische Ausstattung wurden ca. 7,50 m tief in die Erde hineingebaut, wodurch die Ansaugrohre in Höhe des gesamten Saugrohrsystems lagen. Das gewonnene Wasser war sauber und hygienisch einwandfrei, so dass zusätzliche Filter und Reinigungsanlagen nicht erforderlich waren. In außerge-wöhnlichen Situationen konnte somit die Hochdruck-Zentrifugal-Pumpe als Reservepumpe für das Pumpwerk 507 eingesetzt werden.

 

Das Kesselspeisewasser des Kraftwerkes und das Weichwasser für Nitrier- und Waschanlagen, sowie Umkristallisatoren wurden mittels einer Enthärtungs- und Dosieranlage bereitgestellt.

 

In unmittelbarer Nähe des Kraftwerkes 501 bestand noch eine Wasserzusatzstation mit einem Kühlwasserbehälter, Inhalt 60.000 Ltr., einer Hochdruckpumpe, Leistung 200 m³/h und einer Hochdruckkreiselpumpe, Leistung 100 m³/h“ 1.

 

Nach Kriegsende wurde die maschinentechnische Ausrüstung aus dem Pumpengebäude ausgebaut, das Bauwerk verkauft. Der damalige Eigentümer richtete im Erdgeschoss eine Wohnung und im 1. Untergeschoss eine Keramikwerkstatt zur Fertigung von Werbeartikeln ein, das 2. Untergeschoss nutzte er als Kohlenkeller.

 

Die heutigen Eigentümer bauten das Gebäude in Eigenleistung aufwendig um und integrierten das ehemalige Pumpstation-Gebäude in ein modernes Wohnhaus. Beide Keller-Untergeschosse werden nach wie vor genutzt.

 

Autor: Franz Rudolf

 

Quellen:

1 Preuß, J.; Eitelberg, F. und Wilmes, P. (1992), Seiten 321 u. DAG-BN 503, Rekonstruktion der Ehemaligen Rüstungsbetriebe in Geretsried Geographisches Institut Mainz.

2 Foto:   Stadtarchiv Geretsried Fotosammlung FoSa 091/503-001

3 M. Walter,

4 W. Hildebrand

 

Sponsor: Wolfgang u. Margarete Hildebrand

GPS-Koordinaten:

Längengrad: 47.8713

Breitengrad: 11.4792

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