Arbeitskreis Historisches Geretsried
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Trink- und Brauchwasser Hochbehälter

Hochbehälter
Wege der Geschichte Geretsried Begl. QAR[...]
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Zur Erhöhung der Betriebssicherheit in Störfällen und zur Druckstabilisierung wurde auf dem Schwaigwaller Hang ein Hochbehälter mit einer Wandhöhe von 11,25 m und einem lichten Durchmesser von 15,00 m und somit einem Fassung-svermögen von 2.000 m³ er-richtet, der durch 2 Rohrlei-tungen für Zu- und Ablauf (Nennweite 200 mm) mit den Hauptringleitungen verbunden war. Als Überlauf und zur Entleerung diente eine geson-derte Ablaufleitung mit Nenn-weite 300 mm, die in einen kleinen Bach mündete. Der Hochbehälter war als Rundbau in Stahlbeton ausgeführt und besaß ein 0,85 m auskragendes, kegelförmiges Stahlbetondach, auf dem die Entlüftung und die elektrische Füllstands-Messeinrichtung angebracht war. Letztere war betriebstechnisch von großer Bedeutung, denn in Abhängigkeit von der Schwimmereinstellung wurde automatisch die Wasserzufuhr der Pumpstation gesteuert. Die Armaturen für Zu- und Ablauf waren in einem Anbau untergebracht 1.

„Nach Kriegsende diente der Hochbehälter, wie auch die anderen Einrichtungen der Wasser-gewinnung und Verteilung für die Versorgung der ständig wachsenden Bevölkerung und den zunehmenden Gewerbe- und Industriebetrieben Geretsrieds.

 

Für deren sichere Wasserver-sorgung war dann aber der alte Hochbehälter zu klein und an gleicher Stelle wurde 2004 ein neuer, moderner Hochbehälter mit einem Volumen von 4.000 m³ in Betrieb genommen.

 

2 Äußere Behälterkammer im Bau

 

In einer Broschüre, die anlässlich der Inbetriebnahme des neuen Hochbehälters her-ausgegeben wurde, ist unter anderem zu lesen:

 

 

Alle Wassergewinnungs-, Ver-teiler- und Versorgungsein-richtungen waren Betriebsteile der beiden Munitionswerke (DAG und DSC) und wurden vom 1.4.1956 bis zum 18.7.1961 zwar durch die Gemeinde betrieben, Eigentum wurden sie aber erst mit dem Kaufvertrag zwischen der Lan-desanstalt für Aufbaufinan-

zierung und der Gemeinde Geretsried vom 18.4.1961.

 

Eingangsbereich des neuen Hochbehälters im Bau

 

Der Kaufvertrag umfasste: Das Wasserwerk Isardamm (ehemalige Pumpstation 507), 20 Brunnen mit Saugpumpen, Hochbehälter (2.000 m³), Wasserverteilungsnetz mit Ortsteilen Gartenberg, Geretsried und Stein, einschließlich einer Zuleitung bis zum Wolfratshauser Ortsteil Waldram mit insgesamt ca. 80 km Länge, zwei Rohrleitungen zum Hochbehälter, Wasserfernmeldeanlage und alle Feuerlösch-, sowie Überflur-Hydranten (238 Stück). Zu bemerken ist, dass das damals übernommene Rohrnetz zwar für die damaligen Zwecke überdimensioniert und für eine großzügige Stadtentwicklung wie geschaffen war, aber auf Grund der in den letzten Kriegstagen erfolgten Bombardierung und der anlässlich der Werksdemontage durchgeführten Sprengungen Risse, Haarrisse und andere Undichtheiten aufwies. Dieser desolate Rohrnetzzustand brachte zwangsweise Wasserverluste bis zu 50 % mit sich. Die Undichtheiten wurden in mühsamer Kleinarbeit behoben.“2

 

 

Text: Franz Rudolf

 

Quellen: 1 Preuß, J.; Eitelberg, F. und Wilmes, P. (1992), Rekonstruktion der ehemaligen Rüstungsbetriebe in Geretsried, Geographisches Institut Mainz.

2 Beide Fotos: Fechner / Stadtarchiv Geretsried aus Broschüre „Der neue Trinkwasserspeicher für Geretsried“

 

Sponsor: Stadtwerke Geretsried

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