Arbeitskreis Historisches Geretsried
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Wassergewinnungs- und Verteileranlage Pumpwerk 138

Pumpwerk 138
Wege der Geschichte Geretsried Beglh. QR[...]
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„Der Allgemeine Trink- und Brauchwasserbedarf des Munitionswerkes der Deutschen Spreng Chemie (DSC) in Geretsried Süd mit ca. 50 bis 60 m/³ pro Stunde lag wesentlich unter dem der Dynamit-Aktien-Gesellschaft (DAG), in Geretsried Nord. Die Wasserförderung erfolgte aus vier Tiefbrunnen, die sich hier auf früherenFeldern in der Nähe des damaligen Pumpwerkes, Gebäude 138 (direkt an der Tattenkofener Straße gegenüber) befanden. Jeder Brunnen war mit einer Tiefbrunnenpumpe bestückt, die das Wasser in zwei, im Gebäude 138 untergebrachten, Vorratskesseln, mit einem Gesamtinhalt von 60 m/³, drückte. Mittels eines kleinen Kompressors wurde das notwendige Luft-polster für den Wasserdruck im Rohrnetz erzeugt. Die Einschaltung der Brunnen-pumpen erfolgte automatisch in Abhängigkeit vom Wasserdruck, so dass, je nach Bedarf, eine oder mehrere Pumpen in Betrieb waren. Die maschinellen Hauptkomponenten waren: 1 Kolbenpumpenkompressor, einstufig, Be-

triebsdruck 3 atü, Leistung 20 m/³ h, 2 Rotat-ionskompressoren für 300 m / ³ h und 4 vier-stufige Unterwasserpumpen für 350 Ltr. Min-ute, Förderhöhe 80 Meter.

Der Kühlwasserbedarf für das Kraftwerk Gebäude Nr. 125, mit ca. 500 bis 1.000 m²/h, wurde über einen Kanal aus der nahen Isar entnommen und mittels besonderer Pumpen über das Filterhaus, Gebäude Nr. 127, dem Kraftwerk zuleitet“ 1. (Die Einlaufbauwerke an der Isar sind noch erkennbar, das Filterhaus wurde zusammen mit dem Kraftwerk gesprengst).

 

Neben der Fabrik DSC waren das Lager Stein, die an der Tattenkofener Straße liegende Siedlung Geretsried der DSC und (Alt-) Geretsried bis ca. 1952 an das Pumpwerk 138 angeschlossen. Danach wurde die Wasserversorgung durch die Pumpstation 507 übernommen.

 

Zur Wassersuche in Geretsried schrieb der Zeitzeuge Herr Pfarrer Wimmer, Wolfratshausen unter anderem: „1937 kam eine Simbacher Firma zum Wassersuchen nach Geretsried. Man bohrte in Tiefen von 40 bis 70 und 170 Metern. Sie wollten einen „artesischen Brunnen“ (Wasserförderung durch natürlichen Druck – Springbrunnen). Aber man fand keine Stelle, wo das Wasser selbst herauf kam. Der Bauer Orterer von Alt-Geretsried musste die Rohre vom Bahnhof Wolfratshausen abholen (Pferdefuhrwerk) und bei den Bohrversuchen von Ort zu Ort befördern. Geretsried hatte eigentlich schon immer Wassernot, bei Brand wäre eine katastrophale Lage entstanden. Die ersten Häuser hat die Baufirma Bauer, Ebenhausen erstellt. Es sind dies die Häuser rechts der Straße von Alt-Geretsried Richtung Stadt. Diese Häuser hatten Schlagbrunnen. …. Anfangs 1938 kamen dann Wassersucher aus Berlin, sie arbeiteten mit der Wünschelrute. Ihre Versuche machten sie ca. 500 Meter von Alt-Geretsried (wo sich heute der Sportplatz befindet (Anmerkung der Red. bestand)). Das dort „fündig“ gewordene Wasser wurde zur Kieswäsche gebraucht, allerdings entzog dieser enorme Wasserverbrauch den Geretsrieder Bauern ihr „bisher gut gelaufenes Wasser“. Das Wasser wurde von der Fundstelle zur Kiesgrube geleitet. Diese Fundstelle ist aber wieder eingegangen. Um auch für sich das notwendige Wasser zu sichern, haben seiner Zeit die Geretsrieder Bauern eine Wasserleitung zur Bohrstelle gebaut. Für den cbm bezahlte sie 6 Pfennige ….“3

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Text:  Franz Rudolf

 

Quellen: 1 Preuß, J.; Eitelberg, F. und Wilmes, P. (1992) Seiten 106 und 107, Rekonstruktion der ehemaligen Rüstungsbetriebe in Geretsried, Geographisches Institut Mainz.

2 Stadtarchiv Geretsried, Fotosammlung, FoSa 092 /138_001

3. Pfarrer Wimmer

 

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