Jetzt buchen

Geretsrieder Heft Nr. 5

"Die Brücke bei Tattenkofen"


“Gerratesried”, das heutige Geretsried, wurde 1083 erstmals in einer Urkunde des Klosters Habach erwähnt. 1248 geht Geretsried an die Wittelsbacher über.

Die Nikolauskapelle, ursprünglich wohl ein Holzgebäude, wird 1722 als Steinbau errichtet und ist somit das älteste Gebäude der Stadt. Erst 1810 wird Geretsried in einer exakten Katasterkarte erfasst.

Nur wenige historische Daten haben Spuren in der Geschichte hinterlassen.

Verkehrsverbindungen zwischen den rechts und links der Isar, von Tölz bis Wolfratshausen gelegenen Orten stehen im Mittelpunkt der Ausstellung und des dazugehörigen Heftes.

Das alte wittelsbachiche Gericht Wolfratshausen geht in seinen Grundzügen bis auf die Grafen von Wolfratshausen zurück. Otto II. hatte seinen Herrschaftssitz in Thanning und verlegte im 12. Jh. diesen auf die Wolfratshauser Burg. Der Sitz der Herrschaft war seit dieser Zeit auf der linken Isarseite. Sehr große Bestandteile des Gebietes lagen jedoch auf der rechten Isarseite. Der Fluss war allzeit hindurch eine natürliche Grenze zwischen den Herren auf der Burg und den Grundholden und Untertanen auf der “drüberen” Seite.


Im Mittelalter, zwischen 13. und 15. Jahrhundert, scheint bei Wolfratshausen auch schon einmal eine Brücke die Isar überspannt zu haben. Im 16. Jahrhundert verschwand dieser wichtige Flussübergang. Dies belegt die Aktenlage. Beim Herzog wird die Genehmigung eingeholt, eine Fähre einrichten zu dürfen, weil es für die Landgerichts-Untertanen jenseits der Isar höchst beschwerlich sei, die Jahr- und Wochenmärkte in Wolfratshausen zu besuchen.

Bei den Überfahrten kam es immer wieder zu Unglücksfällen, die nicht selten tragisch ausgingen.

Vom Ende des 17. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts mussten sich Bürgermeister und Rat des Marktes an den Landesherrn mit Bittschriften um eine Brücke wenden.

Erst für französische Truppen, die im Jahr 1800 an der Isar ein Lager aufgeschlagen hatten, war dort eine Kriegsbrücke notwendig geworden. Es wurde innerhalb von sechs Tagen ein provisorischer Isarübergang geschlagen.

1801 konnte eine stabilere Brücke durch den Markt errichtet werden. Als auch diese bald den Ansprüchen nicht mehr genügte, wurde auf Befehl des Königs Max I. Josef im Jahr 1810 auf Staatskosten die “Marienbrücke” gebaut.

Das Klagelied von ständig “ruinösen” Holzbrücken hatte auch hier seine Berechtigung. 1832–1844 wurde immer wieder wegen Flusslaufänderungen an der Brücke gebaut. – Anfang des 20. Jahrhunderts und 1990 wurden wiederum Brückenneubauten notwendig.


Die Geretsrieder mussten länger auf eine Brücke über die Isar warten. Um 1800 war der Ort eine “Schwaige” mit zwei Bauernhöfen, kirchlich gehörte er zu Königsdorf, verwaltungsmäßig zu Gelting.


Share by: